Maria Sibylla Merian (1647 – 1717) wurde als Künstlerin und Naturforscherin durch ihre faszinierenden Bilder von Pflanzen und Insekten bekannt – und durch das außergewöhnliche Leben, das sie führte: Sie absolvierte eine informelle Lehrzeit beim Stiefvater, gab als Mutter von zwei Töchtern und Ehefrau Malunterricht für eine „Jungfern Companey“, sammelte und studierte Insekten und Frösche sogenanntes „Teufelsgetier“, verließ mit 39 Jahren und den beiden Töchtern ihre Heimatstädte Nürnberg bzw. Frankfurt und verbrachte mehrere Jahre bei den Labadisten. Für eine Frauenbiografie im 17. Jahrhundert zeugt das schon von einer ausgeprägten Stärke und Unabhängigkeit. Doch Maria Sibylla wollte mehr: 1699 reiste die beherzte Frau mit ihrer Tochter von Amsterdam aus in die Kolonie Surinam, um dort die Insekten und Pflanzen des Dschungels zu erforschen. Das Ergebnis der Forschungsreise ist Merians Hauptwerk Metamorphosis Insectorum Surinamensium, ein prachtvoller Foliant von 60 Kupfern mit den Insekten der Neuen Welt, abgebildet in deren Entwicklungsstadien, dazu die Wirtspflanze der Larven sowie ein Begleittext. Nicht nur wegen des vermittelten Fachwissens zur Metamorphose der Insekten, sondern vor allem durch dessen Verbindung mit der hohen künstlerischen Qualität der Illustrationen gilt der Band als eines der bedeutsamsten Glanzlichter der alten naturwissenschaftlichen Buchkunst. Seien es ihre von der heimischen Flora und Fauna inspirierten Werke aus früherer Zeit oder das weltberühmte, in den Tropen Surinams entstandene „Insektenbuch“: Maria Sibylla Merians Kupferstiche sind begehrte Kunstwerke, die auch heute noch die Anziehungskraft des Exotischen und Besonderen vermitteln.

Im Jahr 2017 jährt sich der Todestag der berühmten Malerin und Naturforscherin zum 300. Mal – für das Städel Museum in Frankfurt ein Grund, der gebürtigen Frankfurterin eine eigene Ausstellung zu widmen: „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ lautet der Name der Sonderausstellung, die vom 11. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018 zu bewundern sein wird.

Flankierend zum verkaufsoffenen Sonntag in Haslach sind am 8. Oktober ausgewählte Werke der Maria Sibylla Merian auch in der Praxis von Dr. Sander und Kollegen zu bestaunen: Schon am Freitag, dem 6. Oktober, lädt die Praxis zu einer Vernissage um 19 Uhr ein. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist der Vortrag der Kunsthistorikern und Galeristin Birgit Strehler am Sonntag um 12 und um 15 Uhr. Birgit Strehler führt zusammen mit ihrer Mutter Brigitte Strehler das renommierte Kunstkabinett Strehler in Sindelfingen. Schon seit vielen Jahren hat das Kunstkabinett sich auf die Malerin und Forscherin spezialisiert, nahezu das komplette Werk der Merian ist in diesem traditionsreichen Antiquariat für hochwertige Grafik zu finden. Birgit Strehler gilt als eine hochrangige Expertin für das Werk der Maria Sibylla Merian und wird in ihrem Vortrag im Kontext der Ausstellung das Leben und Werk der bekannten Künstlerin und Naturforscherin von verschiedenen Seiten beleuchten.

Die Ausstellung zum Werk der Maria Sibylla Merian findet vom 6. bis 8. Oktober 2017 in der PRAXIS Dres. SANDER & KOLLEGEN, Hauptstraße 26 in 77716 Haslach statt. Vernissage Freitag, 6. Okt. 19 Uhr, Samstag geöffnet von 8 bis 12 Uhr, Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Der Vortrag der Kunsthistorikerin BIRGIT STREHLER M.A. findet am Sonntag, 8. Okt. 2017 um 12 und um 15 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter 07832.675 45 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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